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 Autorinfos:

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Artikel: Safaga
 Erstelldatum:26. 02. 2003  
 Gelesen:8718x 
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Gliederung

Zum Setenende Zum Seitenanfang 

· Steckbrief des Tauchplatzes
· Die Region
· Das Tauchrevier
· Die Salem
· Besonderheiten
· Umlandziele



Safaga ist noch immer ein gutbesuchtes Dörfchen am Roten Meer. In diesem Beitrag möchte ich dieses "Phänomen" lüften.





Steckbrief des Tauchplatzes

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 Schwierigkeitsgrad    
 Sichtweiten    um die 20m ... zur Küste abnehmend
 Fischreichtum    
 Großfische    
 Steilwandtauchen    an den Außenriffen
 Wracktauchen    
 Höhlentauchen    
 Anzugsdicke    



Die Region

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Der Ort ist ein sehr kleines Fischerdorf in der Nähe vom Roten Meer (loooogisch). Das Dorf besteht aus vielen Häusern der typisch neuägyptichen Bauweise. Diese schöne Umschreibung verschleiert ein wenig die abstoßende Wirkung, die die kalten Gebäude auf den Besucher haben. Alles in allem würde sich ein Besuch in Safaga nur am Abend lohnen, falls man an einem "Discobesuch" interessiert sein sollte, denn solche machten in den letzten Jahren zahlreich auf. Wo der Deutsche ist, da will er auch feiern. Beispiel: Ibiza und Mallorca. So langsam entwickelt sich auch hier ein Nachtleben, und jeder Verkäufer und fast jeder Taxifahrer sprechen hier deutsch. Man kann gespannt sein, wie sich alles entwickelt und gleichzeitig hoffen, dass es nicht ausarten wird. Fast jede Basis bietet Ganztagestouren in Form von 2 Tauchgängen an. Checkdive und Bootsaufteilung nach Anfängern und Fortgeschrittenen zeichnet auch hier eine gute Basis aus.


Das Tauchrevier

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Safaga besitzt etwa 15 Riffe, die sich wirklich lohnen zu betauchen. Eine Auswahl findest du in der folgenden Auflistung. Wer vor dem Jahrtausendwechsel schon einmal hier tauchen war, der wird feststellen, dass Großfischsichtungen deutlich abgenommen, jedoch die Riffe nicht an Schönheit verloren haben.

Hausriffe sind generell nicht zu empfehlen. Meist sind diese nämlich sehr flach und haben durch den hohen Badetourismus schlechte Sichtverhältnisse. In Safaga (sowie auch in Hurghada) herrschen daher Bootstauchgänge vor.

Tobia Island wird meist von Schnorchlern genutzt. Auch Surfer setzen sich die Insel bei guten Windbedingungen als Zielpunkt eines Ausfluges. Am östlichen Rand der Insel gibt es einen Tauchplatz namens Tobia Hamra. Spärlicher Korallenbewuchs, schlechte Sicht und wenig Fisch sind die nicht sehr verlockenden Merkmale des Unterwasserreiches um die Insel. Tauchen ist hier weitestgehend uninteressant.

Tobia Kebir ist ein kleines Riff, nicht weit von der Küste entfernt. Unter Umständen (kommt darauf an, von welcher Basis Du tauchst) passiert man Tobia Island. Tobia Kebir ist eine Insel mit zwei Liegestühlen und einem Holzschirm. Sie ist sehr klein und ist häufig Anlaufpunkt von Schnorchelsafaris. Manchmal bekommen gerade die hier passierenden Schiffe Gesellschaft von beliebten Verfolgern, den Delphinen. Tobia Kebir wird häufig für einen Nachttauchgang genutzt, wozu es sich auch gut eignet. Desweiteren fahren das Riff Eintagestour-Boote an, weil die weitaus interessanteren Riffe zu weit entfernt liegen. Man findet über den Tag schlechte Sichtverhältnisse vor. Standart-Rifffische sind zwar hier vorhanden, aber ansonsten mangelt es dem Riff an wenigstens kleinen Attraktionen wie Muränen oder den häufigen Blaupunktstachelrochen. Der Korallenbewuchs ist nicht zu vergleichen mit den Außenriffen.

Gamul Kebir/ Gamul Soraya: Die Riffe liegen nicht nur in der Nähe von Tobia Kebir, sondern gleichen jenem auch. Gleiche Flora- und Fauna-Vorkommen und hauptsächlich nur für Nachttauchgänge und Eintagestouren günstig.

Der Abu Soma Garden ist ein weitläufiges Riff, bestehend aus einem riesigen Korallenteppich, der langsam bis auf eine Tiefe von 40 m absinkt. Natürlich ist das Tauchen in diesen tiefen Regionen weitestgehend uninteressant. Weitaus schöner zeigt sich das Riff auf einer Tiefe von zirka 15 m und aufwärts. Zu sehen gibt es zahlreiche Kofferfische, die sich in dem Korallenteppich heimisch fühlen. Außerdem beheimaten das Riff zahlreiche Muränen. Auch Oktopusse können öfter gesehen werden. Ansonsten bietet das Riff eine gute Gelegenheit für den zweiten Tauchgang des Tages, den "Ausdümpeltauchgang".

Tobia Arba (7 Säulen): Das Riff, bestehend aus sieben Säulen, ist ein Muss für jeden Fotografen und Nicht-Fotografen. Zahlreiche Fische und Korallen lassen sich beobachten, während man gemütlich auf 15 m seine Achten um die Säulen dreht. Entfernt man sich von diesen, so lassen sich auch Schildkröten sehen, wenn man Glück hat. Beim Riff selber gibt es alles, was das Herz begehrt: Fischschwärme von Glasfischen und Schnappern, Zackenbarsche und andere Riffbarsche sowie Muränen, Stachelrochen, Thunfische und Makrelen. Seltener (es ist aber schon mal vorgekommen) auch ein Weißspitzenriffhai. Am Tag meiner Abreise wurde hier ein Manta(!) gesehen. Was für Dich natürlich ohne Bedeutung bleibt, denn das kommt frühestens in hundert Jahren nochmal vor.



Die Außenriffe:

Das Panorama Reef ist eines der 3 großen Außenriffe und ist durchschnittlich 15 km vom Strand entfernt. Das Riff ist in etwa runder Block. Die Südseite ist im Stömungsschatten und ist günstig für Steilwandtauchgänge. Zu sehen gibt es eine Vielzahl von verschiedensten Korallen- und Fischarten. Das Riff reicht bis in eine Tiefe von mehr als 200 m. An der Nord- und Südseite trifft man auf zwei Sandplateaus mit weitläufigen Korallengärten. Die Durchschnittstiefe beträgt hier etwa 20 m. Neben zahlreichen Stachelrochen und Muränen kann man an den Dropp-Offs auf Weißspitzenriffhaie treffen. Das Nordplateau liegt natürlich genau im Strömungsbereich, da im Roten Meer standardmäßig Nordströmung auftritt. Zu betauchen ist es lediglich mit einem gemütlichen Driffttauchgang von der Ostseite aus, was sich allerdings nicht oft anbietet, da besondere Strömungsverhältnisse vorherrschen müssen. Zur weiteren Fauna gehören zahlreiche Riffbarsche, Muränen, Schnapper und die seltenen Steinfische, die man hier sehr oft freischwimmend erleben kann. Wie für ein Außenriff üblich kommen hier auch zahlreiche Schwarmfische, wie Thunfische oder Makrelen, vor. Ebenfalls zur Fauna gehören Napoleonfische, wobei sogar ein 2 m großes Exemplar das Riff für sich beansprucht. Selten jedoch taucht er in höher gelegene Regionen auf. Er hält sich stattdessen auf 40-50 m Tiefe auf. Zu sehen ist er aus 30 m Tiefe natürlich trotzdem, vorausgesetzt die Sicht ist nicht total miserabel.

Das Middle Reef ist ein sehr großes Riff mit einem kleineren Nachbarblock. Viele Weichkorallen an einigen Stellen (vor allem an der Westseite) sorgen für große Chancen bei der Schildkrötensichtung. Im Süden ist das Riff üppig mit Korallen bewachsen. Im Südosten befindet sich der sogenannte "Schweizerkäse". Viele Korallenblöcke mit reichhaltigem Bewuchs fordern hier den Orientierungstaucher heraus, aber keine Bange, die Stelle ist sehr flach und einem kurzen Blick aus dem Wasser steht nichts im Wege. Der Schweizerkäse dient als Möglichkeit für einen zweiten Tauchgang oder als ausgewogener "Sicherheitsstopp" bei 7 m, auch Ausdümpeln genannt. Die stufenweise abfallende Nordseite des Riffes bietet interessante Drifttauchmöglichkeiten. Zu sehen gibt es zahlreiche Fischschwärme und auch Großfische, wie zum Beispiel dem Weißspitzenriffhai. Da am Middle Reef meist sehr schwache oder gar keine Strömung herrscht (natürlich abgesehen von der Nordseite), können hier Taucher jeden Levels tauchen, ohne sich in Gefahr zu begeben. Zu empfehlen ist der Tauchplatz allemal.

Shab Shear ist ein langgezogenes, schmales Riff, was in Shab Shear Ost und West untergliedert wird. Beide Seiten haben eine wunderschöne Korallenvielfalt. Shab Shear Ost ist sehr interessant, da die Boote im ruhigen Strömungsschatten (Süden) Ankern und die Taucher durch eine Schlucht die Nordseite erreichen können. Wenn dort wenig Strömung herrscht, kann man wunderbar die Korallenvielfalt aufnehmen und eine große Anzahl von Fischen beobachten. Auch Haie können an dem Riff gesehen werden, gehören aber (wie an fast keinem Riff Safagas) nicht zum Standart. Weiter zu sehen gibt es große Zackenbarsche, Stachelrochen und verschiedenste Skorpionsfischarten, darunter auch Drachenköpfe und Steinfische. Neben den sonst üblichen Riffbarschen kommen auch gelegentlich Adlerrochen vor.

Um Hal-Hal ist ein kleines, weit außen gelegenes Riff, was aus zwei Blöcken besteht. Hier herrscht fast ganzjährig extreme Strömung vor. Sollte jene mal schwächeln, dann lässt sich das Riff mühselig betauchen. Da das nicht besonders häufig vorkommt, bietet sich dem Taucher eine fast intakte Unterwasserwelt mit großen Korallen und großen Bewohnern. Riesige Zackenbarsche und große Haie lassen sich hier bestaunen. Eine unbeschreiblich vielfältige Flora und Fauna läßt sich hier unter schweren Bedingungen beobachten. Das Riff ist selbst bei seiner schwachen Strömung nur für erfahrene Taucher geeignet.

Abu Kafan ist nach Um Hal-Hal das schönste Riff der Region. Das Riff kann nur bei gutem Wetter betaucht werden, da sonst die Strömung zu stark ist. Hinzu kommt, dass das Riff weit ab der meisten Hotels liegt und nur wenige Basen es überhaupt in Betracht ziehen, das Riff anzufahren, denn die Basisbesitzer sparen viel Sprit, wenn man die Besucher einfach nach Tobia Island karrt. Also Vorsicht! Sollte also das Wetter mitspielen, dann trifft man auf ein wunderschönes, fast intaktes Riff, gesäumt von zahlreichen Weich- und Steinkorallen. Schildkröten, die die Weichkorallengärten des Riffs zum Fressen aufsuchen, sind oft gesehene Besucher. Desweiteren lassen sich Muränen, Stachelrochen und Zackenbarsche sichten. Da hier normalerweise größere Strömung vorherrscht, ist die Chance hier besonders groß, auf Riffhaie zu stoßen. Gerade die Ostseite ist dafür bekannt. Die Nordseite ist bekannt für ihre verhältnismäßig große Chance, um einen Hammerhai zu sehen.

Bei den Außenriffen ist häufig mit wechselnder Strömung und tiefen Tauchgängen zu rechnen. Man braucht hier unbedingt gute Taucherfahrungen.


Die Salem

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Das Wrack namens Salem Express hat eine sehr tragische Geschichte und ist zudem offiziel ein Grab. Dementsprechend ist hier mit einem gewissen Grad an Respekt zu tauchen. Da dem Wrack und der Umgebung keine Gegenstände entnommen werden dürfen, liegen hier noch alle Handgepäckstücke und andere persönliche Sachen herum. Wer hier tauchen will, sollte schon ein bißchen Nervenstärke besitzen. Das Eindringen in das Innere des Wracks ist strikt untersagt, wobei dieses bei verschweißten Türen ohnehin ein schwieriges Unterfangen sein dürfte. Ansonsten ist das Wrack nicht schwer zu betauchen. Es liegt auf seiner Steuerbordseite. Der tiefste Punkt soll zwar bei 35 m liegen, aber wer das gemessen hat, muß schon sein Finimeter tief in den Sand gebohrt haben. In Wirklichkeit muss man sich schon sehr weit vom Wrack entfernen, um auf die besagte Tiefe zu kommen. Normalerweise überschreitet man noch nicht einmal die 30 m Grenze. Nur allein mit der Geschichte über dieses Wrack könnte ich schon eine ganze Homepage füllen (naja, ein bißchen übertrieben), denn hier streiten sich die Geister und natürlich auch die Tauchlehrer. Ich habe es leider bisher nur 2x geschafft, an diesem Wrack zu tauchen, aber ich kenne schon 5 verschiedene Geschichten, wie das Wrack gesunken sein soll! (Deshalb nutze ich hier wohlwissend den Konjunktiv!) :)

Die Salem Express ist eine Fähre, die 1991 untergegangen ist. Viele Gerüchte werden sich erzählt, das wohl am meisten Erzählteste ist jenes: Drei Fähren, die damals vom Sinai und Saudi-Arabien in See stachen und Pilgerer aus Mekka an Bord hatten (ja, ich habe mich auch über die Länderangaben gewundert), hätten sich getroffen und darum gewettet, wer als Erster den Hafen Safagas erreichen würde. Der Kapitän der Salem hätte daraufhin eine Abkürzung fahren wollen und ist auf ein Riff aufgelaufen und innerhalb weniger Sekunden gesunken! Wir alle wissen, wie schnell eine Gerücht mutiert.

Fakt ist jedoch, dass die Fähre auf ein Riff auflief. Aus welchen genauen Gründen das geschah, bleibt Sache der Tauchlehrer, die es so interessant rüberbringen wollen wie möglich! Sie können jedoch mal ein Blick auf die beigefügte Karte werfen und sich eine eigene Geschichte basteln. Ich wünsche viel Spaß!

Glaubt man den Passagierlisten der Salem, so fanden etwa 700 Menschen durch das Unglück ihren Tod. Es soll jedoch feststehen, dass mehrere Pilgerer auf dem Weg nach Hause illegal auf der Salem mitreisten (man beachte den Konjunktiv), und das Schiff soll "hoffnungslos" überladen gewesen sein. Man schätzt die Zahl der Toten von 900 bis etwa 1100. Da das Schiff nachts um 2.00 Uhr sank, wurden die meisten Passagiere im Schlaf überrascht. Für Leute, die sich Retten konnten, kam jede Hilfe zu spät. Durch Dunkelheit und Wellengang konnten sie sich nicht auf das nahegelegene Riffdach retten und trieben davon. Hinzu kam, dass die Salem erst 5 Stunden nach ihrem Sinken als "überfällig" erklärt wurde.


Besonderheiten

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Unglaublich, aber wahr. Es gibt sie noch: unbetauchte Riffe! Natürlich aus einem guten Grund. Und zwar ist an diesen Riffen die Strömung meist extrem stark, so dass das Tauchen komplett unmöglich ist. Aber es kommt trotzdem hin und wieder vor, dass die Strömung ein wenig schwächelt oder gar ganz zum Erliegen kommt(meistens im Sommer). Dann bietet sich dem Taucher eine unbeschreiblich schöne und vor allem komplett intakte Rifflandschaft. Das Riff, von dem ich spreche, nennt sich Um-Hal-Hal und ist jedem Safaga-Reisenden ein Begriff. Hier gibt es riesige Zackenbarsche, oftmals Haie und große Gorgonien. Doch muss man, wie gesagt, schon ein wenig Glück haben. Etwa genauso schön und unberührt sind die Riffe Shab Saman und Abu Kafan und jeweils die Nord-Seite aller Außenriffe, wo im Normalfall sehr starke Strömung vorherrscht.


Umlandziele

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Ein direktes Umlandziel gibt es auch hier nicht. Safaga ist, wie bereits erwähnt, nicht unbedingt der Renner (siehe Einleitung). Ohne Zweifel ist eines der interessantesten Sehenswürdigkeiten Ägyptens Kairo, aber hier kommt man um eine mindestens 7-stündige Busreise wohl kaum herum. Als "direktes" Umlandziel wäre hier Luxor zu nennen. Die Stadt am Nil verrät schon einiges über die ehemalige Großkultur der Pharaonen. Einen Tag ohne Tauchen muss man für diesen Kleinausflug schon einplanen. Sehr zu empfehlen hingegen ist ein Ägyptenurlaub mit vorheriger Nilkreuzfahrt.

 
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